Lactoseintoleranz

Unter einer Lactoseintoleranz versteht man eine Milchzucker-Unverträglichkeit. Dabei kann der aufgenommene Milchzucker (Laktose) nicht abgebaut werden, weil ein Lactasemangel vorliegt. Lactase ist ein Enzym, welches im Dünndarm für den Abbau von Milchzucker in seine Einzelbausteine Glucose (Traubenzucker) und Galactose (Schleimzucker) verantwortlich ist. Nur die Einzelbausteine können über die Dünndarmschleimhaut in das Blut aufgenommen werden.

Bei Lactasemangel gelangt Milchzucker unverdaut in den Dickdarm, wo er von Milchsäurebakterien zu Milchsäure, Essigsäure und Darmgasen (Kohlendioxid, Wasserstoff, Methan) abgebaut wird.
Bei Lactoseintoleranz handelt es sich nicht um eine Nahrungsmittelallergie, sondern um eine Intoleranz.
Die Betroffenen reagieren auf Milchzucker nicht allergisch - es läuft keine Immunreaktion ab - sondern der aufgenommene Milchzucker kann nicht oder nur unzureichend verdaut werden. Dies verursacht Verdauungsbeschwerden.

Folgende Beschwerden können Auftreten:

Blähungen
Bauchschmerzen, Bauchkoliken
Völlegefühl
Koliken
Durchfall
Aufstoßen
Darmgeräusche
Darmkrämpfe
Übelkeit

 

In Europa sind etwa 15 bis 18 % der Bevölkerung von einer mehr oder weniger ausgeprägten Lactoseintoleranz betroffen. In asiatischen oder afrikanischen Ländern sogar bis zu 90 %. Die Realität ist, dass etwa 70 % der erwachsenen Weltbevölkerung nicht genug Lactase produzieren können und ein gewisses Maß an Lactose-Unverträglichkeit aufweisen.


Lactoseintoleranz kann in den unterschiedlichsten Ausprägungen auftreten. Manche Betroffene haben bereits bei geringsten Lactose mengen (1-2g Lactose/Tag) Beschwerden, viele bleiben jedoch bei lactosearmer Ernährung (8-10g Lactose/Tag) beschwerdefrei.

Mit einer ausgewogenen Mischkost konsumiert ein gesunder Erwachsener täglich ca. 20 bis 30 Gramm Milchzucker, hauptsächlich in Form von Milch und Milchprodukten. Bei der lactosefreien Ernährung (maximal 1g Milchzucker pro Tag) muss auf Milch und Milchprodukte sowie Lebensmittel, die Milch enthalten oder denen Milchzucker zugesetzt wurde, verzichtet werden.

"Lactosefreie" Milchprodukte können als Alternative eingesetzt werden; ihr Restlaktosegehalt liegt unter 0,1 %. Der überwiegende Teil der Betroffenen kann jedoch mit einer laktosearmen Kost (max. 8 - 10g Milchzucker pro Tag) auskommen.

Außer in den klassischen Milchprodukten kann Milchzucker z.B. auch in folgenden Produkten versteckt sein:

Milchbrot, Gebäck mit Milch (Achtung: Brot und Gebäck können mit Milch bepinselt sein!)
Kuchen/Torten
Margarine mit Milchbestandteilen
Wurstwaren (Laktose als Bindemittel)
Milchspeiseeis, Pudding
Milchschokolade, Sahnebonbons, Karamell, Nougat, Pralinen, Schoko-/Keksriegel
Kakaofertigmischungen
Backmischungen
Paniermehle, Panaden bei Fertiggerichten
Kartoffelpüreepulver, Kroketten, Knödel
Ketchup, Senf, Mayonnaisen, Salatsoßen
Fertiggerichte (z.B. Fertigsuppen, Soßen, Instant-Cremes), Soßenbinder
Milchersatzprodukte (Kaffeeweißer, Sprühschaum)
Süßstofftabletten
Medikamente