Fructoseintoleranz

Intestinale Fructoseintoleranz ist die am häufigsten vorkommende Art von Fructoseintoleranz -Unverträglichkeit von Fruchtzucker (Fructose).

Von Fructosemalabsorption spricht man, wann ein größerer Anteil des konsumierten Fruchtzuckers in den Dickdarm Gelangt weil er nicht vollständig durch die Dünndarmwand aufgenommen wird.

Die Unterscheidung zwischen Fructosemalabsorption FM und Intestinaler Fructoseintoleranz IFI ist noch relativ neu.Während es sich bei der Fructoseintoleranz um einen angeborenen Enzymdefekt handelt, ist die Fructosemalabsorption durch ein defektes Monosaccharidtransportsystem im Dünndarm gekennzeichnet.

Die Bedeutung der Intestinalen Fructoseintoleranz hat in der Vergangenheit zugenommen, da sich die Menge an Fructose in der Nahrung in den letzten Jahren durch industriell bereitgestellte Süßungsmittel dramatisch erhöht hat. Schätzungen der Verbreitung gehen von bis zu 30 % der Gesamtbevölkerung in westlichen Ländern und Afrika aus, und deuten eine mit 10 % der Bevölkerung geringere Verbreitung in Asien an. Die übliche tägliche Aufnahme von Fruchtzucker mit der Nahrung in verschiedenen Ländern liegt bei 11–54 g je Person.

Fructosemalabsorption
Fructose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker) bilden gemeinsam unseren Haushaltszucker (Saccharose). Fructose ist weiters vor allem in Obst, Honig, Diabetikerprodukten und in geringen
Mengen auch in Vollkornprodukten enthalten.
Bei der Fructosemalabsorption funktioniert die Resorption von Fructose nicht ordnungsgemäß. Das bedeutet, die Aufnahme aus dem Dünndarm kann deutlich reduziert sein. Ursache dafür ist wahrscheinlich ein Fehler im Fructose-Transportsystem vom Darm ins Blut. Die nicht resorbierte Fructose gelangt in den Dickdarmbereich und wird dort von den Dickdarmbakterien abgebaut.

Dies führt zu den klassischen Symptomen der Fructosemalabsorption:

> Blähungen,
> Bauch krämpfe, wässrige Durchfälle, Übelkeit.
> Sorbit (=Zuckeraustauschstoff) kann die Symptome verstärken, weil es die Fructoseaufnahme zusätzlich noch behindert.

Diagnostik
Eine Eliminationsdiät sollte zur Beschwerdefreiheit führen. Wenn durch anschließende Provokation mit fructosereichen Produkten die Beschwerden wieder auslösbar sind, deutet dies auf eine Fructosemalabsorption hin. Eine weitere diagnostische Untersuchung, der H2-Atemtest, kann den Verdacht erhärten.
Ernährung bei Fructosemalabsorption (fructosearme Diät)
In erster Linie liegt die „Behandlung" der Fructosemalabsorption in der Reduktion des mit der Nahrung aufgenommen Fruchtzuckers.

Saccharose muss in der Regel nicht reduziert werden, da der gleichzeitig zugeführte Traubenzucker das Resorptionsdefizit ausgleicht.
Auch bei sorbithältigen Lebensmitteln (z.B. Diabetikerprodukte, zuckerfreie Kaugummis) ist Vorsicht geboten, da Sorbit die Aufnahme von Fructose verschlechtert. Sorbit (E 420) ist als Zuckeraustauschstoff und Emulgator weit verbreitet.
Ein weiteres wichtiges Kriterium der fructosearmen Diät ist das Fructose-Glukose-Verhältnis der Lebensmittel. Dieses Verhältnis soll möglichst gering sein. Obstsorten, die mehr Glukose als Fructose enthalten, werden deshalb häufig vertragen (z.B. Papaya, Litschi, Ananas, Bananen, Mandarinen, Heidelbeeren, Grapefruit).
Fructose ist also in reiner Form vor allem in Obst enthalten, welches daher bei Fructosemalabsorption weitgehend gemieden werden sollte. Fructose ist aber auch im Haushaltszucker enthalten, der in fast allen gesüßten Lebensmitteln vorkommt. Vor allem Süßwaren müssen daher bei einer fructosearmen Diät gemieden werden.
Beim Getreide sind geschälte Varianten besser geeignet als Vollkorngetreide. Verwenden Sie daher bei der Speisenzubereitung Mehle mit niedriger Typenzahl.
Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Milchzuckerbestandteil) regen die Fructoseaufnahme aus dem Darm an und sind daher ein günstiger Zusatz. Milch und Milchprodukte sind bei Fructosemalabsorption somit erlaubt und können die Symptome sogar verbessern. Gesüßte Milchprodukte oder Milchmischprodukte (z.B. mit Fruchtzubereitungen) müssen allerdings gemieden werden.
Besonders ungünstig sind Obstsorten mit einem hohen Fructosegehalt wie beispielsweise Äpfel, Birnen, Weintrauben, Zwetschken, Heidelbeeren. Auch Steinobst (Marille, Pfirsich usw.) ist nicht geeignet, weil es einen hohen Sorbitgehalt hat.

> Sorbit
Vor allem in Kern- und Steinobst, Diabetikerprodukten (Marmelade, Kekse, Konfekt, Zuckerl, ...) einigen Light-Getränken, Brausepräparaten (z.B. Multivitaminbrausetabletten), Arzneimittel (Trägerstoff), Bier enthalten – blockiert vorübergehend die Aufnahme von Fruchtzucker.
> Xylit oder Isomalt
sind in Zuckerfreien Süßigkeiten wie z.B. Kaugummi und Zuckerln enthalten.
> Mannit oder Maltit
sind in Diabetikerprodukten enthalten.

Die Ernährungstherapie sollte sich nach den individuellen Symptomen richten.
Sie erfolgt in zwei Schritten:
1. Zeitlich begrenzt, streng fructosearme Kost:
Diese Einstiegskost sollte 2-3 Wochen dauern. Zusätzlich zu Fruchtzucker sollten auch einige Gemüsesorten und Zuckeraustauschstoffe gemieden werden.
2. Fructoseangepasste Langzeiternährung:
Tritt nach der streng fructosearmen Kost eine Besserung der Beschwerden ein, so kann mit der zweiten Phase begonnen werden. Fructosehältige Lebensmittel (v.a. Obst und daraus hergestellte Produkte) sollen gezielt Schritt für Schritt auf ihre Verträglichkeit geprüft werden. Es ist nicht sinnvoll, eine bestimmte Fructosemenge festzulegen, da jeder eine unterschiedliche Verträglichkeit hat.